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Bestätigung der Mindesthaltbarkeit

Gemäß Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) muss für in Verkehr gebrachte Lebensmittel ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), bei leicht verderblichen Lebensmitteln ein Verbrauchsdatum angegeben werden. Ausnahmen hierzu sind im Anhang X der LMIV aufgelistet.

Das MHD gibt an, bis zu welchem Datum das Lebensmittel unter Einhaltung der vorgegebenen Lagerungsbedingungen mindestens seine spezifischen Eigenschaften behält. Während Lebensmittel mit überschrittenem MHD weiterhin verzehrt werden können, dürfen Lebensmittel mit angegebenem Verbrauchsdatum darüber hinaus nicht mehr verzehrt werden.

Festlegung des Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchdatums

 

Die Festlegung des MHD bzw. des Verbrauchsdatums liegt in der Verantwortung des Inverkehrbringers. Dabei müssen verschiedene Einflussfaktoren wie z. B. Inhaltsstoffe, Herstellungsverfahren, Verpackung  berücksichtigt werden.  Liegen bereits Erfahrungswerte oder Studien zu vergleichbaren Erzeugnissen vor, so können diese als Grundlage zur Festlegung des MHD herangezogen werden. Doch nicht immer kann auf bereits vorhandene Daten zurückgegriffen werden.  In solchen Fällen ist die Durchführung eines Lagertests zur Bestimmung des MHD/ Verbrauchsdatums zu empfehlen. Dieser Test bietet sich auch für die Überprüfung eines bereits festgelegten MHD an.

Bei einem Lagertest wird das betreffende Lebensmittel in Echtzeit unter realen Bedingungen bis zum möglichen/ bestimmten MHD gelagert. Zu vorher festgelegten Zeitpunkten erfolgt eine mikrobiologische, sensorische und chemische Untersuchung der Proben auf mögliche Veränderungen während der Lagerung. Diese Vorgehensweise eignet sich für Lebensmittel mit relativ kurzer Haltbarkeit.

Für Lebensmittel mit langer Haltbarkeit ist eine Lagerung in Echtzeit nicht geeignet. Für diese Lebensmittel kann in einem Lagerversuch die „Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel“ (RGT-Regel) genutzt werden, um die Lagerzeit zu verkürzen. Bei Anwendung der RGT-Regel wird davon ausgegangen, dass eine Erhöhung der Lagertemperatur um 10 °C eine Verdoppelung der Reaktionsgeschwindigkeit zur Folge hat. Wenn für ein Lebensmittel beispielsweise bei 20 °C ein MHD von 6 Monaten festgelegt ist, dann kann eine Lagerung bei 30°C bereits nach 3 Monaten eine Aussage in Bezug auf das MHD ermöglichen. Auch hier werden zu verschiedene Zeitpunkten die mikrobiologische, sensorische und chemische Beschaffenheit der Probe während der Lagerung untersucht.

Einflussfaktoren auf das MHD

 

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln beeinflussen. Dazu gehören:

  • Die Inhaltstoffe
  • Das Herstellungsverfahren (Z.B. ob das Produkt tiefgekühlt, sterilisiert, eingekocht oder getrocknet wird)
  • pH-Wert, aw-Wert usw.
  • Die Verpackung
  • Die Lagerbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht usw.)

Die Mikrobiologie- und Sensorik-Experten der bilacon führen MHD Untersuchungen routinemäßig durch. In speziellen Klimaschränken können die o.g. Tests durchgeführt und im Labor getestet werden.

Die bilacon GmbH führt diese Tests für alle Arten von Lebensmitteln durch.

Welche Lebensmittel brauchen kein MHD?

 

Laut Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, für die eine Angabe des MHD’s nicht verpflichtend ist. Zu diesen gehören:

  • Frisches Obst und Gemüse (nicht einer Behandlung unterzogen, wie z.B. schälen)
  • Wein, Likörwein, Schaumwein, aromatisierter Wein oder ähnliches
  • Alkoholische Getränke (Alkoholgehalt über 10 Volumenprozent)
  • Backwaren, die innerhalb von 24h verzehrt werden
  • Essig
  • Speisesalz
  • Fester Zucker
  • Zuckerwaren, die fast nur aus Zuckerarten mit Aromastoffen und/oder Farbstoffen bestehen
  • Kaugummi

 

 

Bei Fragen zu unserem Service, kontaktieren Sie uns gerne. Unser Experte freut sich Ihnen weiter zu helfen.

 

Tobias Stapper
Leiter Mikrobiologie bilacon GmbH
tobias.stapper@tentamus.com
+49 30 206 038 370

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