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Fipronilrückstände in Eiern/Geflügelfleisch

Für Fipronil existieren keine Zulassungen für die Anwendung gegen Parasiten im Nutztierbereich. Es gibt Zulassungen gegen Parasiten im Heimtierbereich. Des Weiteren gibt es nur begrenzte Zulassungen für Anwendungen im Gemüsebereich.

So darf Fipronil für die Bekämpfung des Drahtwurms bei Kartoffeln nur in Köderfallen eingesetzt werden, damit kein direkter Kontakt des Wirkstoffs mit der Kultur gegeben ist und somit damit auch keine Rückstände auf der Kultur verbleiben. Letztlich laufen alle Maßnahmen seitens des Gesetzgebers darauf hinaus nur eingeschränkte Anwendungen zuzulassen, die keinen Übergang des Wirkstoffs in Lebensmittel sicherstellen.

Entsprechend wurden die Rückstandshöchstgehalte bis auf wenige Ausnahmen, auf ein sehr niedriges Niveau die allgemeine Bestimmungsgrenze von 0,005 mg/kg festgesetzt. Für Eier und Geflügelfleisch ist ein Rückstandshöchstgehalt von 0,005 mg/kg festgesetzt.


Da Fipronil als Wirkstoff direkt auf das zentrale Nervensystem einwirkt, gilt er als besonders toxisch. In den letzten Jahren ist zunehmend ein Trend zu verzeichnen, dass Wirkstoffe deren Wirkmechanismus direkt auf das zentrale Nervensystem von Säugern einwirkt, zunehmend in toxikologischen Studien als potentiell kritisch für den Menschen angesehen werden. Entsprechende Studien gehen davon aus, dass diese Wirkstoffe einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben können. Dies betrifft insbesondere die embryonalen Entwicklungsstadien sowie die von Kleinstkindern.

Da ein Einsatz im Nutztierbereich nicht zugelassen ist und der Nachweis von Rückständen in Eiern und Geflügelfleisch jedoch eine entsprechende Anwendung impliziert, sind entsprechende Maßnahmen, wie ein vorsorglicher Rückruf dieser Lebensmittel gerechtfertigt. Neben einem Einsatz gegen Ektoparasiten, besteht auch die Möglichkeit, dass die Rückstände über Futtermittel in das Lebensmittel gelangen. Auch hier würden nicht zugelassene Anwendungen in vorgelagerten Prozessen der Produktionskette die Ursache sein. Nach gegenwärtigem Stand der öffentlichen Diskussion, scheint die Ursache für Fipronilrückstände in Eiern und Hühnerfleisch jedoch in der Anwendung als Insektizid gegen Ektoparasiten zu liegen.

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass es sich bei Fipronil um eines der ersten Wirkstoffe handelt, die von der EU als potentiell bienentoxisch eingestuft wurde.


Letztlich führen Rückstände über 0,01 mg/kg zu einer nicht Verkehrsfähigkeit des Lebensmittels. Bei Gehalten größer 0,72 mg/kg ist ein potentielles gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen.
Darüber hinaus stellt sich die Frage inwieweit Eier zur industriellen Verarbeitung davon betroffen sind und über die Weiterverarbeitung in Fertigprodukte gelangen. Entsprechend betroffen wären davon alle Erzeugnisse bei denen Eiprodukte wie Vollei, Trockenvolleipulver bzw. Trockeneigelb verarbeitet werden.

Erste Untersuchungen in unserem Hause bestätigen den Verdacht, dass Fipronilrückstände über die Weiterverarbeitung in Fertigerzeugnisse gelangen. Dies betrifft sowohl Teigwaren als auch Geflügelfleischerzeugnisse. Entsprechend muss davon ausgegangen werden, dass Fipronil bzw. die Fipronilmetaboliten durch den Verarbeitungsprozess nicht zerstört werden.

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Source: https://www.tentamus.de/fipronil/

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